Große Teichmuschel: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 4. Juni 2026, 19:11 Uhr
Bestimmungsheft · Weichtiere
Große Teichmuschel oder Schwanenmuschel oder Weiher-Muschel
Anodonta cygnea
Rahmer See
Steckbrief
- Klasse
- Weichtiere
- Ordnung
- Muscheln (Bivalvia)
- Familie
- Flussmuscheln (Unionidae)
- Gattung
- Anodonta
- Art
- cygnea
- Erstbeschreibung
- Linnaeus (1758)
Fundort
Rahmer See
Beobachtungsbilder
Beschreibung
Flussmuschel; nicht häufig; die Art kann äußerlich je nach Umweltbedingungen sehr variabel sein; große, länglich eiförmige zweiklappige Schale; dünnwandig; Ober- und Unterrand verlaufen fast parallel; innen perlmuttglänzend; Streifen auf der Schale wachsen parallel zu den Wachstumsstreifen der Muschel; Schloss mit elastischem Band (Ligament) ohne Zähne (Anodonta heißt die Unbezahnte) mit hinteren und vorderen Schließmuskeln; Einströmöffnung und Ausströmöffnung zu Röhren, Siphons verlängert; Einströmöffnung mit langen Tastzäpfchen; Muschel ist gelblich bis grünlichbraun; 12 - 20cm lang; 6 bis 12 cm hoch; in stehenden oder langsam fließenden klaren Gewässern; durch Gewässerverschmutzung stark gefährdet; steht unter Naturschutz; Bodentier; kräftiger Fuß zur langsamen Fortbewegung im Schlamm oder Sand und zur Verankerung im Grund; Kiemen in geräumiger Atemhöhle filtern die Nahrung, die aus dem durchwühlten Schlamm durch die Einströmöffnung eingestrudelt wurde und transportieren sie zur Mundöffnung und dann zum Magen; Nahrung hauptsächlich Detritus, Plankton und Algen; das durchsiebte Wasser wird durch Ausströmöffnung wieder abgegeben ebenso wie verdaute Nahrungsreste; als Filtrierer wichtig für das Ökosystem der Gewässer; Planktonmenge wird in Grenzen gehalten; durch die Ausscheidungen wird im Gewässer Schlamm gebildet; Kiemen filtern auch den notwendigen Sauerstoff aus dem Wasser; Nervensystem mit zwei Strängen, die Fortbewegung und Atmung steuern und auch Orientierung; bei Gefahr werden Fuß, Ein- und Ausströmöffnung eingezogen, Atmung eingestellt und Schalen verschlossen; weitere Organe der Muschel sind klein: Niere, Herz, Darm, Magen; alle Organe werden vom Mantel umschlossen und geschützt; Süßwassermilben befallen die Muschel als Parasit; die Muschel ist ein Zwitter; Samenzellen werden ins Wasser abgegeben und mit dem Atemwasser zu den Eiern gestrudelt; Befruchtung in den Kiemen; aus den befruchteten Eiern entwickeln sich im Winter bis zu 600 000 Larven (Glochidien); Langzeitbrüter; im Frühjahr heften sich die Glochidien, die 2 Schalenhälften und einen bis zu 1,5cm langen klebrigen Haftfaden haben an Fischen fest; dort für einige Wochen Leben als Parasit wie eine Zyste unter der Haut oder in den Kiemen, ohne dem Fisch zu schaden; als junge Muschel Absinken zum Gewässergrung und dort Weiterentwicklung zur erwachsenen Muschel; bevorzugte Wirte der Muschel sind Karpfen und Bitterling; Symbiose mit dem Bitterling, dessen Eier sich im Gegenzug in den Kiemen der Muschel entwickeln; da die Muscheln auf Grund der Wasserverschmutzung seltener werden, werden es auch die Bitterlinge