Große Teichmuschel: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 5. Juni 2026, 13:39 Uhr
Steckbrief
- Klasse
- Weichtiere
- Ordnung
- Muscheln (Bivalvia)
- Familie
- Flussmuscheln (Unionidae)
- Gattung
- Anodonta
- Art
- cygnea
- Erstbeschreibung
- Linnaeus (1758)
Fundort
Rahmer See
Beobachtungsbilder
Beschreibung
Merkmale
Flussmuschel; nicht häufig; die Art kann äußerlich je nach Umweltbedingungen sehr variabel sein; große, länglich eiförmige zweiklappige Schale; dünnwandig; Ober- und Unterrand verlaufen fast parallel; innen perlmuttglänzend; Streifen auf der Schale wachsen parallel zu den Wachstumsstreifen der Muschel; Schloss mit elastischem Band (Ligament) ohne Zähne (Anodonta heißt die Unbezahnte) mit hinteren und vorderen Schließmuskeln; Einströmöffnung und Ausströmöffnung zu Röhren, Siphons verlängert; Einströmöffnung mit langen Tastzäpfchen; Muschel ist gelblich bis grünlichbraun; 12 - 20cm lang; 6 bis 12 cm hoch; steht unter Naturschutz; Bodentier; das durchsiebte Wasser wird durch Ausströmöffnung wieder abgegeben ebenso wie verdaute Nahrungsreste; Planktonmenge wird in Grenzen gehalten; Kiemen filtern auch den notwendigen Sauerstoff aus dem Wasser; Nervensystem mit zwei Strängen, die Fortbewegung und Atmung steuern und auch Orientierung; bei Gefahr werden Fuß, Ein- und Ausströmöffnung eingezogen, Atmung eingestellt und Schalen verschlossen; weitere Organe der Muschel sind klein: Niere, Herz, Darm, Magen; alle Organe werden vom Mantel umschlossen und geschützt; Süßwassermilben befallen die Muschel als Parasit; die Muschel ist ein Zwitter; Langzeitbrüter; im Frühjahr heften sich die Glochidien, die 2 Schalenhälften und einen bis zu 1,5cm langen klebrigen Haftfaden haben an Fischen fest; bevorzugte Wirte der Muschel sind Karpfen und Bitterling
Lebensraum
in stehenden oder langsam fließenden klaren Gewässern; durch Gewässerverschmutzung stark gefährdet; kräftiger Fuß zur langsamen Fortbewegung im Schlamm oder Sand und zur Verankerung im Grund; als Filtrierer wichtig für das Ökosystem der Gewässer; durch die Ausscheidungen wird im Gewässer Schlamm gebildet; dort für einige Wochen Leben als Parasit wie eine Zyste unter der Haut oder in den Kiemen, ohne dem Fisch zu schaden; als junge Muschel Absinken zum Gewässergrung und dort Weiterentwicklung zur erwachsenen Muschel; da die Muscheln auf Grund der Wasserverschmutzung seltener werden, werden es auch die Bitterlinge
Fortpflanzung
Samenzellen werden ins Wasser abgegeben und mit dem Atemwasser zu den Eiern gestrudelt; Befruchtung in den Kiemen; Symbiose mit dem Bitterling, dessen Eier sich im Gegenzug in den Kiemen der Muschel entwickeln
Entwicklung, Nahrung und Fressfeinde
Kiemen in geräumiger Atemhöhle filtern die Nahrung, die aus dem durchwühlten Schlamm durch die Einströmöffnung eingestrudelt wurde und transportieren sie zur Mundöffnung und dann zum Magen; Nahrung hauptsächlich Detritus, Plankton und Algen; aus den befruchteten Eiern entwickeln sich im Winter bis zu 600 000 Larven (Glochidien)